Wolfenbüttel. Besuch aus dem Bundestag bekam jetzt die Wolfenbütteler Firma Roßberg. Der CDU-Abgeordnete Carsten Müller wollte sich am Neuen Weg über innovative Solar-Objekte informieren. Müller ist Mitglied im Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Allerdings wurde es nichts mit dem geplanten Kurzbesuch. Vielmehr blieben Müller und die anderen Gäste mehr als zwei Stunden in dem Betrieb, der in erster Linie als Garten- und Landschaftsbau firmiert. Die beiden Geschäftsführer Matthias Roßberg und Sebastian Glatter verfolgen ein innovatives Konzept auf dem Gebiet der Solartechnik, begutachten Bäume und Häuser per Multicopter und – forcieren ein spektakuläres Projekt der Aufforstung in problematischem Gelände.

Die neuen Möglichkeiten rund um Solar und Photovoltaik erläuterten die Gastgeber ihrer Besuchergruppe anhand eines Rundgangs um das Bürogebäude. „Je nach dem Stand der Sonne haben wir verschiedene Elemente ausgerichtet“, erklärte Roßberg. Ob die selbst entwickelten und patentierten Sichtschutzelemente oder die Solartechnik direkt an der Hauswand: Überall liefert die Sonne Energie – entweder Wärme oder Strom. „Mit dem Belüftungskonzept greifen wir wohltuend in das Gebäude ein“, sagte Roßberg und lachte: „Wir lüften und wärmen, ohne ein Fenster zu öffnen.“

Die Sichtschutzelement-Kombination Roßberg VarioPlus (+ Strom, + Wärme, + Stein …) lässt sich unter anderem aus Holz oder Nirosta-Stahl fertigen. Somit kann auch der Denkmalschutz solartechnisch im Gesamtkonzept berücksichtigt werden. Außerdem sollen die Wärmewände in die architektonischen Gegebenheiten eines Hauses integriert werden. Glatter: „Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Hochschulen der Region hat bereits stattgefunden.“

Bei den Entwürfen der Wände sei Nachhaltigkeit oberstes Thema. Selbst nach Jahrzehnten sollen Teile aus natürlichen Ressourcen ohne großen Aufwand nachgefertigt werden können. Ausführlich ließ sich Müller über Einsatzmöglichkeiten eines Multicopters bei der Begutachtung von Schäden an Großbäumen oder Häusern aufklären. Ganz zum Thema Nachhaltigkeit passte auch das Roßberg-Projekt, in schwer erreichbarem Gelände großflächige Anpflanzungen durch Wurfsetzlinge vorzunehmen.

„Das war eine ganze Fülle von bedeutsamen Themen“, sagte Müller zum Schluss. „All das zeigt: Kleinbetriebe sind in puncto Innovation schnell und effektiv.“ Der Abgeordnete räumte ein, derart starke Einflüsse der Digitalisierung auf das Berufsfeld des Garten- und Landschaftsbaus nicht erwartet zu haben. „Aber ich könnte mir vorstellen, dass gerade dieser neue, technische Ansatz gut ist für die Nachwuchsgewinnung.“

Gleichzeitig zollte er Firma Roßberg großes Lob: „Der Betrieb ist ohne Frage vorn mit dabei auf diesen neuen Geschäftsfeldern, dafür spricht die Vielfalt, mit der die Themen hier angegangen werden.“ Auch die Nachfolgefrage sei klug und vorbildlich geregelt worden, indem Firmengründer Roßberg vorausschauend einen Partner ins Boot geholt habe.

Den positiven Ansatz der Nachwuchsgewinnung betonte übrigens auch Cordula Miosga vom Arbeitgeberverband, die zu Müllers kleiner Delegation gehörte. „Wir freuen uns sehr darüber, dass Firma Roßberg zum 1. August Ausbildungsbetrieb wird.“ Ob Umweltfragen oder Energieeffizienz: „Hier wird das Berufsbild des Gärtners im Garten- und Landschaftsbau spannend und modern definiert.“ Besonders beeindruckt war sie von der Durchlässigkeit des Themas Technologie aus Kleinbetrieben.

Die Geschäftsführer Sebastian Glatter (von links) und Matthias Roßberg zeigten dem Abgeordneten Carsten Müller (daneben) und der Besuchergruppe den Garten mit den verteilten Solar-Elementen.
Der Bundestagsabgeordnete Carsten Müller (links) mit Cordula Miosga im Büro der Geschäftsführer Matthias Roßberg (rechts) und Sebastian Glatter.